0:0 - Ersatzgeschwächte Borussen können
Wolfsburger Abwehrbeton nicht knacken
[30.11.] Borussia Dortmund hat den dritten Sieg in Serie verpasst: Am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga reichte es gegen einen cleveren, sehr defensiv ausgerichteten VfL Wolfsburg nur zu einem torlosen 0:0 (0:0)-Unentschieden. Dennoch bleibt der BVB im oberen Tabellendrittel, weil auch Hamburg und Schalke Federn ließen.
Es berichten Boris Rupert und Bastian Bergmann
67.100 Zuschauer im Signal Iduna Park sahen ein Spiel mit nicht allzu vielen Höhepunkten, in denen Wolfsburg die Räume extrem eng machte und klug konterte und trotz optischer Überlegenheit des BVB zu den klareren Möglichkeiten kam. Weidenfeller hielt am Ende wenigstens den einen Punkt fest.
Ausgangslage:
Zwei Plätze und zwei Punkte trennten den Tabellensechsten Borussia Dortmund (24 Zähler) vor dem Achten aus Wolfsburg (22), der in dieser Saison noch kein Bundesliga-Auswärtsspiel gewonnen hatte, aber auch schon in Hoffenheim, Leverkusen, München, Berlin und Schalke antreten musste. Der BVB spielt die beste Saison seit sechs Jahren und hatte vor dem 15. Spieltag neun Punkte mehr auf dem Konto als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.
Wieder von Beginn an dabei: Alex Frei.
Personalien:
Borussia Dortmund musste neben Dede auf Kehl, Valdez, Klimowicz und Owomoyela, der im Abschlusstraining umgeknickt war, verzichten - damit fehlten vier der kopfballstärksten Spieler. Gegenüber dem 1:0 in Karlsruhe gab es zwei Änderungen: Schmelzer kam für Owomoyela in die Mannschaft (dafür rückte Lee von der linken auf die rechte Abwehrseite), und vorne begann Frei anstelle des grippekranken Kuba. Wolfsburg trat ohne Torjäger Grafite und Mittelfeldspieler Munteanu an
Taktik:
Ähnlich wie beim Auswärtsspiel in Karlsruhe vergangene Woche ergab sich folgende Aufgabenverteilung: Hummels und Subotic kümmerten sich hauptsächlich um Wolfsburgs einzige Spitze Dzeko. Das 4-4-2-System mit der Mittelfeldraute des BVB musste flexibel auf das Spiel der Gäste reagieren. Denn bei eigenem Ballbesitz zogen sich die offensiven Außen Dejagah und Gentner sofort zurück, bildeten eine zweite Viererkette im Mittelfeld und zogen sich weit in die eigene Hälfte zurück. Mit diesen beiden Viererlinien machten die Gäste das Spielfeld unglaublich eng, überließen dem BVB nur eine Fläche von rund zehn Metern zum Aufbau.
Bei eigenem Ballbesitz rückten Dejagah und Gentner an die Seite des offensiven Mittelfeldspielers Misimovic, so dass Schmelzer und Lee aus Borussias Viererkette in der Abwehr heraus rückten, um ihre Gegenspieler früh aufzunehmen. Borussias Spitzen Frei und Zidan bekamen es mit Costa und Barzagli zu tun.
Die Zuschauer und Schiedsrichter Manuel Gräfe (r.) sahen ein hart umkämpftes Spiel: Zidan (l.) und Tinga attackieren Misimovic.
Spielverlauf & Analyse:
Von Begin an machte der bislang in dieser Saison auswärts noch wenig erfolgreiche VfL Wolfsburg klar, dass er eine ganz schwer zu knackende Nuss für den BVB sein würde. Dicht gestaffelt in der Defensive machten die Gäste die Räume sehr eng und ermöglichten es der Borussia kaum, Offensivaktionen erfolgreich zum Abschluss zu bringen.
Erst begünstigt durch einen Stellungsfehler von Costa hatte der BVB die erste gute Möglichkeit der Partie. Hajnal schaltete blitzschnell und entblößte mit einem Pass auf Zidan die gesamte Abwehr der Gäste. Der Ägypter schoss in aussichtsreicher Position am langen Eck vorbei (13.).
Mit dieser vergebenen Chance begann gleichzeitig die vorerst stärkste Phase der Gäste. Hummels klärte mit einem langen Bein im Fünfmeterraum einen Querpass vor dem zum Einschuss bereiten Dzeko. Nach 26 Minuten musste die Borussia die nächste brenzlige Szene überstehen. Riethers scharfe Flanke landete am langen Pfosten bei Gentner, der wiederum mit einem Querpass nur um Zentimeter Dzeko verfehlte. Dejagahs Volleyschuss verfehlte den Kasten von Weidenfeller knapp. Nur eine Minute später musste Lee vor Gentner klären, der sich im Anschluss an eine der extrem gefährlichen Ecken davon geschlichen hatte.
Die Begegnung war weiterhin geprägt von vielen Zweikämpfen und knappen Entscheidungen. Vor allem Schiedsrichter-Assistent Jan-Hendrik Salver an der
Erneut das Duell zwischen Misimovic und Tinga.
Seitenlinie hatte eine Menge Arbeit und rückte kurzfristig in den Mittelpunkt des Geschehens, wenn er Frei in guter Schussposition wegen knapper Abseitsstellung zurückwinkte. Schäfers Kopfball kurz vor dem Pausenpfiff landete am Außennetz. Die Borussia durfte durchaus froh sein, mit einem 0:0 in die Kabine gehen zu können.
Was auch immer BVB-Trainer Jürgen Klopp seinen Schützlingen in der Halbzeitpause mit auf den Weg gegeben haben mag, er schien die richtigen Worte gefundne zu haben. Deutlich bemühter und sicherer im Spielaufbau agierte der BVB zu Beginn und hatte nach 52 Minuten die erste gute Chance. Schmelzers scharfe Flanke köpfte Zidan in Richtung Tor. Costa konnte den Ball noch entscheidend zur Ecke ablenken.
Und Klopp setzte ein weiteres Signal: Der leicht erkältete Kuba kam für Zidan und sollte neuen Offensivschwung bringen. Keine 30 Sekunden war der Pole auf dem Platz, schon war er maßgeblich an der besten Dortmunder Torchance beteiligt. Kringe schickte Kuba, der Barzagli aussteigen ließ, und flankte zu Frei. Sein Schussversuch wurde abgeblockt, ebenso wie der Nachschuss von Sahin (56.). Es war der erste konsequent vorgetragene und sehenswerte Angriff der Borussia, die nun deutlich aggressiver zu Werke ging und versuchte, Wolfsburgs Abwehr mit schnellen Angriffen auszuhebeln.
Wolfsburg kam in dieser Phase der Begegnung zu keinen nennenswerten Möglichkeiten, obwohl sie ständig auf die sich bietenden Konterchancen lauerten. Auch nach über einer Stunde Spielzeit sahen die 67.100 Zuschauer im SIGNAL IDUNA PARK eine eher zähe Partie, in der Borussia Dortmund zwar die aktivere Mannschaft war, aber sich zu selten gefährlich in die Nähe des Wolfsburger Gehäuses bringen konnte. Ein schöner Pass von Frei in den Rücken der Abwehr zu Kuba ermöglichte die nächste Gelegenheit. Kuba zog nach innen, doch sein Schuss wurde wieder entscheidend abgeblockt.
Klopp brachte weiter noch Buckley für Sahin - ein weiteres Indiz für mehr Offensive. Doch Wolfsburg gab in Person von Misimovic nach gut 70 Minuten nochmal ein Lebenszeichen ab. Weidenfeller hatte aber keine große Mühe mit dem
Attackiert von zwei Wolfsburgern: Alex Frei
Schuss aus 13 Metern. Richtig eingreifen musste der BVB-Keeper aber schon kurze Zeit später. Misimovic trat einen Freistoß an den langen Pfosten, wo Zaccardo hoch stieg und Weidenfeller aus fünf Metern zu einer guten Parade zwang (76.).
Wolfsburg blieb jetzt am Drücker. Bei einem seiner zahlreichen Vorstöße prüfte Riether von der Strafraumkante erneut Weidenfeller, der sich ganz lang machen musste, um den Rückstand zu verhindern. Zum ersten Mal in dieser Spielzeit blieb Borussia Dortmund damit ohne Torerfolg und der Gast aus Wolfsburg in der Fremde ohne Gegentor. Am Ende konnte der ersatzgeschwächte BVB mit dem 0:0-Unentschieden gegen starke Wolfsburger wohl zufrieden sein. Damit bleibt die Borussia nach den Sonntagspielen auf Tabellenplatz sechs.
Ausblick:
Zwei Spiele stehen in diesem Kalenderjahr noch auf dem Spielplan: Am nächsten Samstag gastiert der BVB bei Arminia Bielefeld. Das letzte Heimspiel vor Weihnachten findet am Freitag, 12. Dezember, Anstoß 20.30 Uhr, im Signal Iduna Park gegen Borussia Mönchengladbach statt.
| NilsBVB09 schrieb am 01.12.2008 15:46 | |
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Das 0:0 geht schon in ordnung!! War ja auch wolfsburg!! gegen die gewinnt man meiner meinung nach nicht einfach so!! aber natürlich sieht man lieber nen sieg!!! naja hoffen wir mal auf nen auswärtssieg in bielefeld! |